… und dann kam das Wasser

Es hatte schon ein paar Tage zuvor geregnet, aber was dann hier in Köln am Mittwoch, den 14.07.2021, begann: Ich kann mich nicht erinnern, so etwas schon einmal erlebt zu haben.

Ich war früh im Büro an diesem Tag. Momentan arbeite ich wie die meisten unserer Mitarbeiter nach wie vor überwiegend im Homeoffice.

Um 8.00 Uhr begann der Regen erneut. Kein „normaler“ Regen, es war der angekündigte Starkregen. Es regnete in einer Intensität und Menge gefühlt alles Wasser des Himmels herunter, den ganzen Tag und ohne Nachlassen. Nachmittags machte ich mir langsam Sorgen. Wir wohnen in einem Kölner Stadtteil sehr nah am Rhein. Das Auto meiner Frau stand noch in der Tiefgarage und wir waren unsicher, ob diese bereits geräumt werden musste. Während der Fahrt waren erste Horrornachrichten aus der unmittelbaren Nähe im Radio zu hören. Sie klangen ganz ähnlich und genauso schockierend wie die aus Hagen und Umgebung. Ich konnte als vorletztes Auto durch eine in wenigen Minuten überflutete Autobahnunterführung fahren.

Dann konnte ich nur noch aus der Ferne die Nachrichten und Bilder am Fernseher verfolgen: hilflos, schockiert und traurig.

Heute – eine Woche später – kennen wir alle das Ausmaß dieser Katastrophe: Sie hat viele Menschenleben gekostet, Verletzungen und Leid über viele Familien gebracht, Häuser und Existenzen förmlich dem Erdboden gleichgemacht und die Infrastruktur zerstört.

Ich bin nicht nur traurig, sondern manchmal auch wütend: Nach der jahrelangen Untätigkeit der Politik und der Verwaltungsbürokratie beginnt schon wieder das Schaulaufen – es ist ja Wahlkampf. Anstatt bedingungslos alles für den schnellen Wiederaufbau zu tun, erfolgen Schuldzuweisungen und der Schwarze Peter wird hin und her geschoben. Anstatt die Warnungen (auch aus dem Ausland!) im unmittelbaren Vorfeld in adäquater und alarmierender Weise an die Bevölkerung weiterzugeben und frühzeitig zu handeln, überließ man es dem Wetterdienst, die Menschen auf starke Regenmengen einzustellen.

Ich bin aber auch hoffnungsvoll aufgrund der unglaublichen Solidarität in ganz Deutschland. Wie schnell und schlagkräftig die betroffenen Gebiete Unterstützung bei den Aufräumarbeiten und der Versorgung erhalten, das ist fantastisch!

Wir bei Canada Life haben uns am Donnerstag letzte Woche Orientierung verschafft. In den betroffenen Gebieten leben auch Mitarbeiter von uns, ebenso Tausende Kunden und ein paar Hundert Geschäftspartner. Wir haben so aus erster Hand über die Lage vor Ort erfahren und uns ein Bild gemacht.

Am Freitag Früh haben wir damit begonnen, unseren Plan für eine schnelle Unterstützung zu erstellen. Freitagnachmittag hatten wir eine außerordentliche Geschäftsleitungssitzung, die volle Unterstützung aus Irland und Kanada und am Abend bereits das Okay aller internen Instanzen, um eine Soforthilfe in Höhe von 1 Million € auf den Weg zu bringen. Um Ihnen ein Gefühl dafür zu geben: Das ist etwa die zehnfache Summe der Spenden, die wir in einem „normalen“ Jahr einsetzen können.

Dieser Betrag wird verteilt auf verschiedene Hilfsorganisationen sowie die am heftigsten betroffenen Städte. Das Geld soll schnell bei den Menschen ankommen.

Die unterstützten Organisationen bzw. Städte sind:

Aktionsbündnis Deutschland Hilft
Technisches Hilfswerk
Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e. V.
DLRG Hochwasserhilfe
Kreis Ahrweiler
Stadt Erftstadt

Zudem haben wir zusätzlich weitere Hilfsmaßnahmen anlaufen lassen. Diese sollen betroffenen Kunden, Geschäftspartnern sowie Mitarbeitern helfen.

Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen vermitteln, wie es sich anfühlt, für dieses Unternehmen zu arbeiten. Das Gefühl ist purer Stolz, weil Worten Taten folgen. Weil eine starke Unternehmenskultur nicht nur auf dem Papier beschworen wird, sondern sich so über Ländergrenzen und Kontinente beweist. Weil die gelebte Solidarität der Mitarbeiter untereinander in jeder Ecke des Unternehmens genauso zu spüren ist wie die Motivation, jetzt noch stärker an der Seite von Kunden und Geschäftspartnern zu sein.

Es gab in dieser letzten Woche viele traurige Momente und viele Gänsehautmomente. Auch, wenn mein Editorial diesmal etwas pathetischer klingt: Ich meine jedes Wort so, wie es geschrieben ist.

Wir wünschen den betroffenen Menschen alles Gute und viel Kraft und Zuversicht für den Wiederaufbau!

Take care!

Ihr

 

 

 


Markus Drews

Managing Director
der Canada Life Assurance Europe plc