Über die Balance von Pessimismus und Optimismus

Es ist Sonntag, ein Nachmittag im Advent 2020.

Für mich das erste Wochenende ohne Arbeit seit Monaten. Dieses Editorial fasse ich dabei absichtlich nicht unter Arbeit ;-). Keine Angst, ich möchte mich weder bei Ihnen ausweinen noch beschweren. Ich stelle das einfach nur fest. Wir haben mit der konzentrierten und harten Arbeit der letzten Monate viel gemeinsam geschafft. Wenn ich daran denke, bin ich durchaus gut drauf und motiviert. Ich bin mir bewusst, was für ein Kraftakt noch vor uns liegt – auch 2021 wird kein Zuckerschlecken. Aber hey – ich freue mich drauf!

Ganz anders kann es mir werden, wenn ich die Nachrichten verfolge, vor allem auch die Kommentarspalten der Sozialen Medien. Da könnte ich gerade aktuell den Eindruck gewinnen, die ganze Welt geht den Bach runter.

In diesem Zusammenhang bin ich auf einen interessanten Beitrag von Matthias Horx, einem Zukunftsforscher, gestoßen – eine kurze und spannende Lektüre. Er schreibt über Optimismus und Pessimismus. Was mir gefällt, ist die Auflösung der absoluten Betrachtung von Optimismus = gut, Pessimismus = schlecht.

Beides sind Haltungen, die sowohl Gutes als auch Böses bewirken können. Überzogen mündet das eine im „Tschaka-Größenwahn“ („Du kannst alles schaffen, wenn Du nur daran glaubst …“), das andere in selbstzerstörerischer Weltuntergangsstimmung. Sie wissen schon, so etwas wie: „Wir haben es ja schon immer gewusst, die Welt geht unter, geschieht euch recht, wacht auf, und so weiter.“

Horx spricht davon, dass wir eigentlich beide Haltungen brauchen, in der richtigen Balance freilich: damit der Laden weiterläuft, damit wir weiter nach Verbesserung streben. Mir gefällt dieser Ansatz.

Also: Wir brauchen die konstruktiven Pessimisten, Leute mit einer vorsichtig vorausschauenden Grundhaltung. Leute, die gut vorbereitet sind, die das Schlechte für möglich halten, aber nicht für absolut.

Und wir brauchen die verantwortlichen Optimisten. Also Leute, die nicht lamentieren, die sich engagieren und Verantwortung übernehmen. Leute, die sich geradezu verpflichtet fühlen, nach Lösungen zu suchen. Das ist anstrengend, unbequem und wirkt auf andere auch mal nervig.

Bezogen auf unser Geschäft ein paar praktische Tipps und Beispiele:

Gefährliche Pessimisten finden wir, wenn wir uns durch die Kommentare von Social-Media-Posts wühlen. Ehrlich, man sollte es eigentlich sein lassen. Egal welches Thema, es wird zerlegt nach allen Regeln der Fake-und-Hass-Kunst! Erschreckendes Beispiel für unser Geschäft sind die Kommentare unter der – wie ich finde – sehr gut gemachten und informativen GDV-Kampagne „7-Jahre länger“. Wenn Sie sich mal so richtig die Laune vermiesen wollen, schauen Sie sich die Kommentare auf Facebook dazu an.

Gefährliche Optimisten, dazu würde ich zum Beispiel diejenigen zählen, die ihr Finanz- und Vorsorgewissen total überschätzen und komplett auf professionellen Rat verzichten. Oder diejenigen, die glauben, dass das Risiko einer Berufsunfähigkeit sie persönlich schon nicht trifft. Oder „Steigende-Lebenserwartung-Leugner“, die heute schon wissen, dass sie nicht älter als 80 werden. Schönen Gruß von meinem Großvater, 94 Jahre alt, kerngesund und statistisch schon lange tot. Auch gern genommen die Besserwisser dieser Fraktion: „Eine lebenslange Rentenversicherung erzielt ja erst eine Rendite, wenn man x Jahre alt wird.“ Was ist eigentlich an lebenslang nicht zu verstehen? Dabei denke ich gerne an meine Ur-Oma. Sie wurde 101,5 Jahre alt und brauchte bis zum Schluss das Geld für ihren Lebensunterhalt.

Sarkasmus-Modus aus! 😉

Ich zähle mich zu den verantwortungsvollen Optimisten: Ich arbeite gern im Team mit konstruktiven Pessimisten, suche nach den besten Lösungen und kämpfe um deren Umsetzung. Ich denke, Sie wissen was ich meine, wenn ich an die unterschiedlichen Unterstützungsangebote unseres Unternehmens während der heißen Corona-Phase erinnere. So haben wir gemeinsam die letzten Monate nicht nur gut, sondern echt erfolgreich gemeistert.

Und: Uns gemeinsam wird auch in naher Zukunft eine immens wichtige Aufgabe zuteil. Wir müssen gerade in undurchsichtigen Zeiten wie diesen den Stier bei den Hörnern packen und mit gutem Beispiel vorangehen! In jeder Krise bieten sich neue Chancen und Potenziale.

Ob digital oder persönlich, ob mit Kunden mit schmalem Budget oder den Kapitalanlegern. Für Ihre Beratungsarbeit liefern wir Ihnen auch 2021 vom Start weg gute Argumente:

Abschließend möchte ich die Gelegenheit nutzen und mich bei Ihnen herzlich bedanken! Wir haben gemeinsam ein absolut außergewöhnliches Jahr erfolgreich gemeistert. Und mit dem Blick nach vorne: Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit!

Ich wünsche Ihnen, Ihrem Team und Ihren Familien eine entspannte und gesunde Weihnachtszeit.

Take care!

Herzlichst

 

 

 

 

Markus Drews
Managing Director
der Canada Life Assurance Europe plc