Mit 5 Tipps durch den Dschungel der Grundfähigkeitsversicherung

Natascha Brandenburg, Vertriebsspezialistin Biometrie bei Canada Life.

Lange Zeit war die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) das Nonplusultra für die Absicherung der Arbeitskraft. Doch sie war von Anfang an nicht für jeden erreichbar: Vor allem körperlich Tätige, Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen können oder wollen keine BU abschließen. Dabei sollte gerade in der vielfältigen Berufslandschaft, wie wir sie heute kennen, jeder ein so wertvolles Gut wie die eigene Arbeitskraft schützen können.

Als Antwort sind alternative Produkte zur Arbeitskraftabsicherung entstanden. Im Jahr 2000 hat Canada Life als erste Gesellschaft die Grundfähigkeitsversicherung auf den Markt gebracht. Mit diesem Produkt waren wir viele Jahre allein auf weiter Flur. Mittlerweile hat sich die Grundfähigkeitsversicherung zu einer echten Alternative zur BU gemausert – 76 % der Vermittler haben sie im Beratungsgespräch schon mal angeboten1 – und sie sollte keinesfalls nur als „billige Notlösung“ betrachtet werden.

Einen Haken gibt es bei der Auswahl der Grundfähigkeitsversicherung jedoch: Die Produkte der Anbieter lassen sich schwer vergleichen. Es gibt keine einheitlichen Definitionen der Grundfähigkeiten. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, sich im Dickicht der Grundfähigkeitsversicherungen zurechtzufinden:

Tipp 1:
Die Analysten von Franke & Bornberg haben ihr Rating 2019 komplett überarbeitet und dabei 14 Kern-Grundfähigkeiten2 definiert. Achten Sie darauf, dass der Anbieter mindestens diese Kern-Grundfähigkeiten in seinen Versicherungsbedingungen verankert hat.

Tipp 2:
Eine wichtige Grundfähigkeit ist das Autofahren. Schon eine Verminderung der Sehkraft von
50 % führt zum Verlust der Fahrerlaubnis. Auch ein Schlaganfall kann zu solchen Einschränkungen führen, sodass man den Führerschein abgegeben muss. Ein guter Tarif sollte nicht nur leisten, wenn die Fahrerlaubnis entzogen wird, sondern auch, wenn der Führerschein gar nicht erst erworben werden kann – und das am besten ohne zeitliche Beschränkungen.

Tipp 3:
In jungen Jahren ist man meistens noch gesund. Gerade für Schüler bietet sich daher eine Grundfähigkeitsversicherung an, bei der sie mit erstmaliger Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit in die BU wechseln können. Besonders vorteilhaft sind Tarife, bei denen Ihr Kunde ohne eine erneute Gesundheitsprüfung wechseln kann. So sichert er sich nicht nur einen günstigen Schutz, sondern auch seinen guten Gesundheitszustand.

Tipp 4:
Kann der Beruf durch den Verlust einer Grundfähigkeit gar nicht mehr oder nur eingeschränkt ausgeübt werden, ist eine lebenslange Rentenzahlung oft sehr hilfreich. Damit kann der Kunde beispielsweise Einbußen in der Altersversorgung – gesetzlich oder privat – auffangen.

Tipp 5:
Nicht nur Handwerker und Menschen mit Vorerkrankungen sind eine Zielgruppe für die Grundfähigkeitsversicherung. Auch für Akademiker kann dies die richtige Absicherung sein: Ein Chirurg ist durch einen Schlaganfall nicht einmal mehr in der Lage, mit seinen Händen einen Schreibstift zu benutzen. An Operationen ist nicht mehr zu denken. Oder Selbstständige: Gerade bei größeren Betrieben kann bei der Berufsunfähigkeitsversicherung eventuell auf eine Umorganisation verwiesen werden. Da die Grundfähigkeitsversicherung unabhängig von der beruflichen Tätigkeit leistet, spielt dies dabei keine Rolle.

Im letzten Artikel unserer kleinen Serie zur Arbeitskraftabsicherung erfahren Sie Wissenswertes rund um die Schwere Krankheiten Vorsorge. Freuen Sie sich auf noch mehr Tipps für Ihre Beratung!


1 https://www.franke-bornberg.de/blog/umfrage-zur-zukunft-der-arbeitskraftabsicherung
2 https://www.franke-bornberg.de/blog/grundfaehigkeitsversicherung-phantasie-ohne-grenzen