Letzter Aufruf für Olympia

„Wahre Leistung fördern und wertschätzen!“ Auf diesen Leitspruch fußt seit gut einem Jahr die Partnerschaft zwischen dem PerspektivTeam am Olympiastützpunkt NRW/Rheinland (OSP) und dem Namenssponsor Canada Life. Die Nachwuchsathleten schauten erwartungsvoll auf die letzten Nominierungsrunden für die Olympischen Spiele in Tokio – ein guter Zeitpunkt, die verbliebenen PerspektivTeam-Sportler und deren olympische Vorbilder kennenzulernen.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat mit den letzten beiden Nominierungsrunden seine Olympia-Mannschaft vervollständigt. Da sich auch die deutschen Basketballer in letzter Sekunde das Olympia-Ticket sicherten, wird das deutsche Team aus 434 Athleten bestehen. Aus dem Canada Life PerspektivTeam verfolgten vor allem die Talente aus den Einzelsportarten Judo, Ringen, Turnen, Surfen und Leichtathletik den Nominierungsprozess. Das Besondere diesmal: Einige der nominierten Profis kommen selbst vom Olympiastützpunkt NRW/Rheinland oder trainieren in denselben Sportzentren wie der Nachwuchs.

Surfen: Noah Klapp bei Olympia-Qualifikation mittendrin statt nur dabei

Noah Klapp – Foto: Pablo Jimenez

Wellenreiten gehört in Tokio mit seiner Disziplin Shortboarden zum ersten Mal zum olympischen Programm. Am Tsurigasaki Beach etwa 65 Kilometer außerhalb Tokios gehen dann 20 Männer und 20 Frauen in den Surfwettkämpfen an den Start. Die letzte Qualifikations-Chance nutzte dabei OSP-Surfer Leon Glatzer bei den ISA World Surfing Games in El Salvador Anfang Juni. Er setzte sich gegen namhafte Konkurrenz durch und ist damit einer von nur 20 Surfern, die bei der Olympia-Premiere dabei sein werden.

Mit Noah Klapp wurde auch die erst 17-jährige Ausnahmesurferin aus dem PerspektivTeam vom Deutschen Wellenreitverband für die Olympia-Qualifikation nominiert – und schlug sich bravourös. Im Endklassement platzierte sich Noah als beste Deutsche auf Rang 17. Damit setzte sie neben ihrer Goldmedaille bei der Juniorenweltmeisterschaft 2019 ein weiteres Ausrufezeichen!

Geboren 2003 in Barcelona als Tochter deutscher Eltern, zog Noah im Alter von neun Jahren von der Schweiz nach Kalifornien und begann zu surfen. Zunächst lebte sie mit ihrer Familie in San Clemente, dann ging es im letzten Jahr direkt ins Surf-Mekka Hawaii. Dort herrschen deutlich bessere Voraussetzungen für eine große Surfkarriere als in Deutschland. Die Betreuung am Olympiastützpunkt und im PerspektivTeam erfolgt in einer Mischung aus Untersuchungen und Tests bei Noahs Deutschlandaufenthalten und natürlich auch in digitaler Form.

Turnen: Sarah Voss als Paradebeispiel einer gelungenen Sportförderung

Julia Dumrath – Foto: Peter Eilers

Bei der Turn-WM in Stuttgart sicherten sich die Frauen und Männer des Deutschen Turner-Bundes im Teamwettbewerb frühzeitig das Olympia-Ticket. OSP-Athletin Sarah Voss setzte sich anschließend bei der nationalen Olympia-Qualifikation durch.

Aiyu Zhu (l.) und Michelle Kunz (r.) – Foto: Peter Eilers

Auch die heute 21-Jährige wurde bereits frühzeitig am Olympiastützpunkt NRW/Rheinland begleitet und über das PerspektivTeam intensiv gefördert. Das Ziel ist, eine erfolgreiche sportliche und berufliche Karriere miteinander zu verbinden.

Nun erfüllt sich Sarah ihren Olympia-Traum und ist damit gleichzeitig perfektes Vorbild für unsere jungen PerspektivTeam-Turnerinnen Aiyu Zhu, Michelle Kunz (beide 16 Jahre) und Julia Dumrath (14). Sie trainieren täglich gemeinsam mit Sarah im Turnzentrum der Deutschen Sporthochschule Köln und können sich wichtige Tipps von der zukünftigen Olympionikin holen.

 

Judo: Lernen in der stärksten Trainingsgruppe Deutschlands

Jonas Schreiber (l.) und Samira Bouizgarne (r.) – Foto: Peter Eilers

Vom Deutschen Judo-Bund qualifizierten sich insgesamt 13 Athleten über die Weltrangliste für Tokio. Acht davon trainieren am Bundesstützpunkt in Köln, wo auch unsere PerspektivTeam-Judokas ihr Zuhause haben. So kämpft die 21-jährige Samira Bouizgarne in der Gewichtsklasse +78 Kilogramm für den 1. Judo-Club 1958 Mönchengladbach und konnte im Jahr 2019 bei der U23-EM im russischen Izhevsk die Goldmedaille gewinnen – ihr bisher größter Erfolg. Nun gilt es, sich kontinuierlich an das Niveau im Erwachsenenbereich heranzutasten, was während der Corona-Pandemie ohne Wettkämpfe natürlich nicht leicht war. Das hohe Trainingsniveau am Bundesstützpunkt ist dafür aber immens wichtig.

Ihr männliches Pendant im Schwergewicht heißt Jonas Schreiber. Der 20-Jährige startet für die Sport-UNION Annen und in der offenen Gewichtsklasse über 100 Kilogramm. Nach dem Abitur startete er, genau wie Samira, eine Ausbildung bei der Bundespolizei. Deren umfangreiche Förderung stellt eine optimale Basis für eine erfolgreiche duale Karriere dar – auf und abseits der Matte. Wie Samira konnte auch Jonas schon WM-Luft bei den Erwachsenen schnuppern. Allerdings musste er bei seiner WM-Premiere im Juni im Teamwettbewerb etwas Lehrgeld zahlen, als er gegen Sungmin Kim, zuletzt Zweiter beim Grand Slam in Taschkent, deutlich unterlag.

Leichtathletik: Luke Zenker wandelt auf den Spuren der „großen“ Höhenjäger

Luke Zenker – Foto: Peter Eilers

Die beiden Stabhochspringer des Olympiastützpunkts NRW/Rheinland, Bo Kanda Lita Baehre und Torben Blech (beide TSV Bayer 04 Leverkusen), sicherten sich mit der übersprungenen Olympia-Norm von 5,80 Meter ihr Tokio-Ticket und sind damit Ansporn genug für ihren Vereins- und Disziplinkollegen Luke Zenker.

Der 18-Jährige möchte in die Fußstapfen von Bo Kanda Lita Baehre treten, der ebenfalls im PerspektivTeam durchstartete und mittlerweile in der Weltspitze angekommen ist. Dafür wechselte Luke aus Düsseldorf in die Stabhochsprung-Hochburg Leverkusen und steigerte seine Bestleistung mittlerweile auf 5,10 Meter – eine Höhe, mit der er ganz aktuell als jüngster Athlet die Deutschen Meisterschaften der U23-Altersklasse gewann.

Mit Paula Schneiders (3.000 Meter Hindernis) und Samuel Claudy (Weitsprung) werden zwei weitere Leichtathletik-Talente im Canada Life PerspektivTeam gefördert.

Ringen: Jennifer Rösler möchte die Dormagener Erfolgsgeschichte weiterschreiben

Jennifer Rösler – Foto: Peter Eilers

Unsere OSP-Ringerin Aline Rotter-Focken ist die einzige deutsche Kampfsport-Weltmeisterin in der höchsten Gewichtsklasse und will sich bei ihren zweiten Olympia-Teilnahme den Traum von einer Olympia-Medaille erfüllen, nachdem sie in Rio auf dem 9. Platz landete.

Aline wurde groß am Bundesstützpunkt Dormagen, der auch für unsere 19-jährige PerspektivTeam-Athletin Jennifer Rösler vom AC Ückerath ihren Trainingsmittelpunkt darstellt. Ihren größten Erfolg feierte Jennifer bei der Kadetten-EM (bis 17 Jahre), als sie die Silbermedaille gewinnen konnte. Ganz aktuell landete Jennifer bei der Juniorinnen-EM in Dortmund als eine der Jüngsten in ihrer Gewichtsklasse auf einem sehr guten 5. Platz. Nun richtet sie ihren Fokus auf die Olympischen Spiele in Paris, bei denen auch sie die Dormagener Ringerfamilie erfolgreich vertreten möchte.

Mit Samuel Bellscheidt und Ertugrul Agca werden zwei weitere talentierte Ringer im PerspektivTeam gefördert.

Nachdem die Nominierungsrunden hinter uns liegen, richten sich die Blicke jetzt nach Tokio, wo die Olympischen Spiele am 23. Juli beginnen. Wir sind in Olympia-Stimmung und hoffen, Sie auch!