Die Aufstellung entscheidet

Gastbeitrag von Dr. Klaus Mühlbauer

Was haben Fußball und Vermögensanlage gemeinsam? So wie Trainer ihre Mannschaften aufstellen, sollten auch Anleger ihr Vermögen strukturieren, meint Dr. Klaus Mühlbauer, Referent für Kapitalmarktseminare. Demnach eignen sich Strategien, die auf dem Platz erfolgreich sind, auch für die Geldanlage.


Dr. Klaus Mühlbauer ist Kapitalmarktexperte mit langjähriger Börsen- und Vertriebserfahrung. Seit 2013 ist er als selbstständiger Unternehmensberater, Buchautor und Referent für Kapitalmarktseminare tätig. In unserem Online-Magazin beleuchtet er den Finanzmarkt und teilt sein Investment-Know-how.

 

 

 

 

„Der Ball ist rund, und das Spiel dauert 90 Minuten!“

Das legendäre Zitat Sepp Herbergers betont: Fußball ist ein einfaches Spiel. Die Regeln sind klar: Jede Mannschaft besteht aus zehn Feldspielern und einem Torwart. Und vor jedem Spiel wird festgelegt, ob man defensiv, ausgewogen oder offensiv spielt.

Je nach Strategie setzt der Trainer unterschiedlich viele Spielertypen ein. Es geht dabei um die Gewichtungen innerhalb des Teams. Eine Fünfer-Abwehrkette drückt eine defensive Spielweise aus, da 50 % Gewicht auf der Verteidigung liegen. Fünf Stürmer lassen hingegen auf einen offensiven Plan schließen. Kein Fußballtrainer würde ausschließlich Abwehrspieler oder Stürmer auflaufen lassen – zu groß wäre die Gefahr, zu verlieren oder maximal ein 0 : 0 zu erreichen.

Das Vorgehen von Fußballtrainern bei der Mannschaftsaufstellung ist eine hilfreiche Blaupause für Anleger. Auch sie sollten eine zu ihrer persönlichen Lebenssituation passende Struktur an defensiven, ausgewogenen und offensiven „Spielern“ in ihr Vermögen aufnehmen: Investiert man – zusätzlich zum „Tagesgeld-Torwart“ – die Hälfte seines Vermögens in defensive Mischfonds, setzt man auf eine defensive Portfoliostrategie. Spielt man jedoch mit einer Dreier-Abwehrkette, steht eine höhere Gewichtung für die Offensive zur Verfügung. Es lassen sich mehr angriffslustige „Mischfonds-Mittelfeldspieler“ und „Aktienfonds-Angreifer“ einsetzen.

Die Deutsche Bundesbank ermittelt jedes Jahr die Zusammensetzung des privaten Vermögens in Deutschland. Es zeigt sich immer wieder, dass kaum „Aktienfonds- Angreifer“ in „Vermögensmannschaften“ berufen werden. Der größte Teil an Vermögenszuwächsen ist nicht auf gestiegene Aktienkurse, sondern auf erhöhte Sparleistungen, geparkt auf Giro- und Tagesgeldkonten, zurückzuführen. Doch Vorsicht: Zinslose „Tagesgeld-Torwarte“ helfen nicht weiter im Kampf gegen das „Inflations-Team“.

Als „Trainer“ seines Vermögens sollte man alle Spielertypen gut kennen und wissen, welche Spielstrategie man bevorzugt. Erst danach empfiehlt es sich, sich Gedanken um die einzelnen „Spieler“ – also um die Produkte – zu machen. Wer nicht für alle Positionen die passenden Produkte hat, sollte über gezielte Zu- und Verkäufe nachdenken.

Unterstützen Sie Ihre Kunden dabei, zum „Trainer“ ihres Vermögens zu werden und einen guten, weil passenden „Spielplan“ zu erarbeiten!