Dagobert Deutschland

Rund 2.500 Milliarden Euro – wir sitzen auf einem gewaltigen Berg Bargeld und Einlagen, also Sparbüchern und Tagesgeldkonten.1 Das ist laut einer aktuellen Berechnung der DZ Bank über 40 % des Gesamtvermögens.

Und auch wenn wir alle wissen, dass dieses Vermögen ungleich verteilt ist: Ich erwische mich schon bei dem Gedanken, ob es – angesichts von fast Nullzinsen auf diese Anlageformen – vielleicht so manchem einfach Spaß macht, wie Dagobert Duck im Gold zu baden und die Münzen zu zählen? Oder: Träumt es sich vielleicht sogar süßer auf einem Kopfkissen voller 100-Euro-Scheine? Ich kann da nicht mitreden.

Was ich aber weiß: Es ist heutzutage ziemlich unvernünftig, sein Vermögen einfach so rumliegen zu lassen, ob im Schuhkarton, im Tresor, auf dem Sparbuch oder dem Tagesgeldkonto. Denn dort bringt das Ersparte wenig Zinsen, sodass es hinsichtlich der Kaufkraft schrumpft. Weil die Inflation ständig am Wert des Geldbergs knabbert – das ist so sicher wie das berühmte Amen in der Kirche.

Ja, ja, alles nichts Neues. Das Problem ist bekannt. Doch mit dem Geld im Sparstrumpf ist es wie mit dem sechsten Stück Kuchen: Jeder weiß, dass es unvernünftig ist, dass man es später bereuen wird – aber was soll‘s …

„Kognitive Dissonanz“ nennen Psychologen das Phänomen. Statt sich Fehler einzugestehen und es ab sofort besser zu machen, rechtfertigt Mensch sein gewohntes Tun vor sich selbst lieber mit mehr oder weniger haltlosen Argumenten: Ja, vom vielen Kuchen nehme ich zu, ABER es schmeckt halt so gut! Ja, ich zahle Minuszinsen für das Ersparte auf meinem Konto, ABER Aktien sind doch so schrecklich unsicher!

Gewohnheiten ändern – verdammt schwer. Wenn jemand zum Beispiel die Richtigkeit unseres Verhaltens infrage stellt, fühlen wir uns verunsichert und bekommen ein schlechtes Gefühl oder gar Angst. Sie kennen das bestimmt aus Beratungsgesprächen: Kunden versuchen, Fakten wie den Nullzins auszublenden oder all Ihre Argumente für eine renditestarke Altersvorsorge abzuwerten. Eine allzu menschliche Strategie, um negative Gefühle zu vermeiden. Also, warum soll ich etwas ändern – nur, um mehr Zinsen zu bekommen?

Also der berechtigte Zweifel ist gesät und tief drinnen ahnt der Mensch: Es wäre besser, das Geld aus Omas Erbe irgendwie sicher und vermehrend anzulegen. Aber wie? Wo? Wann?

An andrer Stelle ist der berechtigte Zweifel bereits voll und ganz angekommen: Thema Rente oder besser lebenslanges Einkommen. Angesichts weiter steigender Lebenserwartung und einer gesetzlichen Rentenkasse, die schon heute ohne milliardenschweren Steuerzuschuss nicht auskommt, ist nun inzwischen wirklich dem letzten Zweifler klar: Die Rente ist zwar sicher – reicht aber nicht aus.

Und hier ist das so wichtige Warum: Ich muss mich nach besten Kräften eigenverantwortlich um den Aufbau meines lebenslangen Einkommens kümmern. Meine Rente muss später mal meine Ausgaben decken können – mindestens. Und zwar egal, ob ich 80, 90 oder 100 Jahre werde.

Und wie? Na, am besten mit einer Rentenversicherung – denn sie hat eine vernünftige Rendite und zahlt ein Leben lang. Ob vom Sparbuch, vom Tagesgeldkonto, aus einer Erbschaft oder einer Abfindung: Auch mit Einmalbeiträgen kann so mit vernünftiger Verzinsung und Garantie ein ansehnliches Kapital für das lebenslange Einkommen aufgebaut werden.

Deshalb: Bleiben Sie dran! Nehmen Sie den verunsicherten Kunden an die Hand – und führen Sie ihn behutsam raus aus seiner kognitiven Dissonanz. Wissen hilft, Widersprüche aufzulösen. Professionelle Beratung räumt mit Vorurteilen auf und kann gewaltiges Potenzial erschließen. Die Angst vor Aktienfonds mag groß sein. Doch die Angst vor Altersarmut ist größer – und gerechtfertigt!

Also was lernen wir daraus? Für mich ist unsere Aufgabe klar: Wir müssen die Angst unserer Kunden in Tatendrang umwandeln. Den Drang, das Geld sinnvoll und renditeorientiert anlegen zu wollen, für ein ausreichendes finanzielles Polster im Alter. Denn der Ruhestand sollte nicht mit Angst, sondern mit Freude und Zufriedenheit verbunden werden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude bei Ihren Beratungsgesprächen!

Herzlichst

 

 

 

 

Markus Drews
Haupt­bevoll­mächtig­ter der
Canada Life Deutsch­land
1 https://www.welt.de/finanzen/article186446060/Geldvermoegen-Deutsche-besitzen-6-2-Billionen-Euro.html