Videoberatung: der Weg durch den Software-Dschungel

Aus der Haufe Redaktion

Für virtuelle Kundengespräche bietet der Markt eine Vielzahl technischer Lösungen mit den verschiedensten Funktionen. Worauf Sie als Vermittler bei der Auswahl des Tools achten sollten, wollen wir Ihnen heute nahebringen.

In Coronazeiten haben sich zahlreiche Endverbraucher beruflich und privat mit der Videotelefonie angefreundet und diese in vielen Fällen als gängige Kommunikationsform akzeptiert. Diese Entwicklung macht auch vor dem Versicherungsvertrieb nicht halt – Vermittler setzen zunehmend auf Videoberatung1.

Sie gehören noch nicht zu dieser Gruppe und/oder wollen die Videoberatung in Ihrem Vermittlerbetrieb strategisch ausbauen? Dann geben wir Ihnen im Folgenden ein paar Anregungen und Tipps.

„Schnell, einfach und am besten selbsterklärend“

Eins gleich vorweg: Es gibt eine ganze Reihe von Programmen – ob weit verbreitete Anwendungen wie „Skype“, „Teams“ und „Zoom“ oder auch speziell auf die Assekuranz zugeschnittene Anwendungen.

Welches das geeignete Tool für Sie ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Grundsätzlich sollte die Software unabhängig von Endgerät und Browser Ihrer Kunden funktionieren und intuitiv bedienbar sein. Sie sollten insbesondere darauf achten, dass vor Beratungsbeginn keine aufwändigen Installationsprozesse erforderlich sind. Dies ist ein Minuspunkt für die oben genannten Tools.

Besser ist es, wenn Sie einfach nur eine E-Mail mit einem Zugangslink an Ihren Kunden schicken müssen – und schon kann es mit der virtuellen Beratung losgehen.

Eine Frage der Funktionalitäten

Wichtig bei der Auswahl ist auch, welche Funktionen die Software neben dem webbasierten Videochat bietet. Finden Ihre Kunden etwa eine bestimmte Webseite nicht oder haben Probleme beim Ausfüllen eines Onlineformulars, sollten Sie per Knopfdruck die aktive Navigation in deren Browser übernehmen („Co-Browsing“-Funktion) und ihnen zügig weiterhelfen können.

Wichtig ist auch das Teilen des Bildschirms („Screen-Sharing“). Dabei übertragen Sie mit nur einem Klick Ihre Bildschirminhalte auf das Endgerät der Kunden und können sie mit Begleitdokumenten durch die Beratung führen.

Übrigens: Sollte es während der Videokommunikation zu technischen Problemen bei der Bild- und/oder Tonübertragung kommen, können Sie in der Regel immer noch auf die Textchat-Funktion zurückgreifen.

Ein nützliches Feature ist auch der „Notizblock“ (im Fachjargon „Whiteboard“). Mit ihm können Sie zum Beispiel wichtige Sachverhalte markieren und hervorheben oder an geeigneter Stelle Beispielrechnungen skizzieren. Diese Funktion sollten Sie auch für Ihre Kunden freigeben können. Andersherum sollten auch Sie Ihren Bildschirm für Kundeneingaben freigeben können, beispielsweise um Anträge ausfüllen zu können. Für Kunden sind vielseitige Interaktionsmöglichkeiten besonders wichtig, damit sie aktiv in die Beratung eingebunden werden.

Weitere für den Versicherungsvertrieb wichtige Funktionen

Diverse weitere Features bieten speziell auf den Versicherungsvertrieb zugeschnittene Lösungen wie zum Beispiel Bridge, Demobird, Flexperto oder Snapview. Hierzu gehören beispielsweise ein Online-Terminservice, die Einbindung von Messenger-Diensten, die Möglichkeit zur elektronischen Unterschrift, zur Gesprächsaufzeichnung und zum Herunterladen der Beratungsdokumentation.

All diese Produkte sind in Sachen Funktionen unterschiedlich aufgebaut. Die fälligen Lizenzgebühren liegen im unteren zweistelligen Eurobereich und die Hersteller bieten Probemonate an. Machen Sie den Praxistest und simulieren im Familien- oder Kollegenkreis die Beratungssituation – und entscheiden Sie sich dann für das Tool, das Ihnen am meisten zusagt.

Bei einigen Features spielen auch datenschutz- und vertriebsrechtliche Gesichtspunkte eine wichtige Rolle, die bei der Entscheidung für eine bestimmte Videoberatungs-Software unbedingt beachten werden sollten. Dieses Thema beleuchten wir in einem weiteren Artikel.


1 https://www.versicherungsjournal.de/vertrieb-und-marketing/kunden-finden-videoberatung-prima-141654.php; https://www.versicherungsjournal.de/buero-und-organisation/wie-der-draht-zum-kunden-in-der-krise-nicht-abreisst-141292.php