Die Deutschen und ihr Gold. Eine Liebe, die sich lohnt?

Es gibt kein Land auf der Welt, das pro Einwohner mehr Gold besitzt als Deutschland1. Die deutsche Bevölkerung hortet zudem mehr Gold als die amerikanische Notenbank. Das ist verwunderlich, da ja für die meisten Deutschen Aktien immer noch „Teufelszeug“ und „reine Spekulationsobjekte“ sind. Doch Aktien sind genau wie Gold Sachwerte, die an der Börse gehandelt werden. Es stellt sich also die Frage: „Ist es wirklich sinnvoll, die Altersvorsorge ausschließlich auf Gold aufzubauen?“

Der Goldbesitz der Deutschen (in Tonnen, 2019)

Quellen: Reisebank, World Gold Council; F.A.Z.-Grafik Niebel

Welche Nachteile bietet Gold bei der Altersvorsorge?

Gold bietet weder eine Gewinnbeteiligung in Form einer Dividende, noch werden Zinsen fällig. Das hat zur Folge, dass es keinen regelmäßigen Ertrag gibt und der Anleger nur vom Kurs des Goldpreises abhängig ist. Was viele vergessen: Gerade für uns Europäer ist eine Investition aus dem Euro heraus zusätzlich mit einem Währungsrisiko verbunden, da Gold immer in US-Dollar gehandelt wird!

Was sagen die Experten über die Altersvorsorge? Früh anfangen ist grundsätzlich das A und O und lohnt sich. Jeder, der heute Altersvorsorge betreibt, sollte zumindest einen Teil seines Ersparten am Kapitalmarkt vor allem in Aktien investieren, denn auch festverzinsliche Wertpapiere bieten im aktuellen Marktumfeld keine auskömmlichen Renditen mehr. Alleine schon um die jährliche Inflation auszugleichen, ist ein gewisser Aktienanteil quasi Pflicht. Auch Gold kann Teil der Gesamtstrategie sein. Wird das Geld einfach auf das Sparbuch ohne Zinsen oder unter das Kopfkissen gelegt, verliert der Sparer jedes Jahr Kaufkraft.

Genau wie bei jeder anderen Geldanlage fallen auch bei Gold Gebühren an. Eine physische Lagerung zuhause ist vielen Menschen zu riskant, eine Versicherung ist häufig teuer. Stattdessen können Goldbesitzer ihre Bestände in einem Schließfach bei einer Bank lagern. Doch auch das gibt es nicht umsonst. Goldfonds oder Zertifikate, die den Goldpreis abbilden und an der Börse gehandelt werden, sind ebenfalls mit laufenden Kosten verbunden.

Welche Vorteile bietet Gold?

Oft ist es so, dass Gold sich entgegengesetzt zum Aktienmarkt entwickelt. Sollte der Markt sich also abwärts bewegen, könnte der Verlust durch das Gold aufgehalten oder zumindest gedämpft werden. Das ist ein Grund dafür, dass Gold als krisensichere Anlage gilt. Auch wenn die Preise für Gold zum Teil starken Schwankungen unterliegen, verändert sich die Kaufkraft von Gold langfristig jedoch kaum. Als eine knappe Ressource wird der Preis auf sehr lange Sicht auf einem gewissen Niveau bleiben. Zudem steigt die Nachfrage stetig, unter anderem durch die wachsende Weltbevölkerung und dem damit verbundenen wachsenden Konsum.

Übrigens: Beim physischen Kauf ist es empfehlenswert, möglichst große Mengen zu kaufen. Ein 300-Gramm-Barren wird immer deutlich günstiger sein als 150 Stück 2-Gramm-Münzen.

Fazit

Wie eigentlich in allen Belangen zum Thema Geldanlage heißt es auch bei Gold: nicht alle Eier in einen Korb. Es ergibt durchaus Sinn, einen gewissen Teil seiner Altersvorsorge in Edelmetalle zu investieren. Durch die Langlebigkeit und die wohl immer vorhandene Kaufkraft bleibt es attraktiv. Dennoch sollte man sich auch die Risiken deutlich vor Augen führen.

Wieder gilt: Wer breit diversifiziert, ist gegen alle Eventualitäten gewappnet. So sehen es auch viele der ganz großen Mischfonds. Auch viele unserer Partner halten in Teilen Gold. Der Top-Fondsmanger Flossbach von Storch macht es vor und hält beispielsweise in dem „CLE FvS Multiple Opportunities II“ einen Anteil von 10,7 % in Gold und Silber (Stand 30.06.2019).

 

1 https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/assetklasse-gold-gold-ja-bitte-aber-nicht-zur-altersvorsorge_H1639180909_546062/