Altersarmut ist weiblich

Armut im Alter trifft besonders Frauen: Sie haben häufig Lücken in ihrer Erwerbs­biografie, arbeiten oft in Teil­zeit und verdienen weniger. Umso wichtiger, dass sie sich früh­zeitig mit ihrer Alters­vorsorge beschäftigen und privat vorsorgen.

Endlich in Rente! Auf Reisen gehen, genug Zeit für Hobbys haben und in einem schönen Zuhause entspannen – so stellen sich viele ihren Ruhestand vor. Für immer mehr Rentner bleibt ein solches Szenario ein Traum. Sie müssen vielmehr schauen, wie sie finan­ziell über die Runden kommen. Die Armut bei Menschen ab 65 Jahren hat im Vergleich zur Armut in allen anderen Alters­gruppen in Deutschland im Zeitraum von 2005 bis 2016 am stärksten zugenommen. Das zeigt eine Studie des Paritä­tischen Wohl­fahrts­verbandes. Wir werden alle immer älter. Doch die Zahl der Erwerbs­tätigen unter 65 Jahren kann mit dem Anstieg der Rentner nicht Schritt halten. Trotz steigender Renten­beiträge wird die Differenz zwischen Beitrags­einnahmen und Renten­ausgaben immer größer; das Renten­niveau sinkt trotz staatlicher Zuschüsse kontinu­ierlich.

Durchschnittliche Rente pro Monat im Jahr 2016
Quelle: Rentenversicherungsbericht 2017 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Dabei trifft es eine Gruppe besonders hart: die der Frauen. Immer noch bleiben viele Frauen zu Hause, um die Kinder zu erziehen oder Angehörige zu pflegen. Sie arbeiten häufig in Teilzeit und oft auch in Berufen, die schlecht bezahlt sind. Doch die Höhe der späteren gesetz­lichen Rente hängt vor allem vom Gehalt und von den Beschäfti­gungs­jahren ab. Frauen sind jedoch im Schnitt nur 26 Jahre, Männer hingegen 37 Jahre lang berufs­tätig. Eine Scheidung verschärft die Situation zusätzlich. Jede dritte allein­stehende Frau gilt in Zukunft als armuts­gefährdet. Frauen sind damit die am meisten von Alters­armut bedrohte Bevöl­kerungs­gruppe – noch vor Menschen ohne Ausbildung und Lang­zeitar­beitslosen. Zudem werden Frauen statistisch betrachtet älter und brauchen im Alter länger Geld.

Diese Fakten sprechen eine ein­deutige Sprache: Die gesetz­liche Rente allein reicht in der Regel nicht aus, um den Lebens­standard im Alter zu halten, häufig nicht einmal, um davon zu leben. Um diese Versor­gungs­lücke zu schließen, ist es unerlässlich, privat vorzusorgen. Ins­besondere Frauen müssen sich recht­zeitig kümmern. Je früher sie damit beginnen, desto höher fallen die späteren Erträge aus. Eine solide Vorsorge beruht auf einer Kombi­nation aus Produkten zur Risiko­-­Absich­erung, beispielsweise einer Berufs­unfähig­keitsver­sicherung, und Geld­anlagen wie indi­vidu­ellen Einzel­fonds oder fonds­basierten Lebens­versich­erungen.

27,8 %

Auf diesen Prozent­satz soll der Anteil an Frauen, die von staat­lichen Leis­tungen abhängig werden, im Jahr 2036 ansteigen. Heute liegt der Anteil bei 16,2 %.

Quelle: Studie der Bertelsmann Stiftung (2017): Entwicklung der Altersarmut bis 2036


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