Egal wie alt ich werde

„Alles Gute und bleib so, wie du bist.“ Wenn ich dem deutschen Rentensystem zum diesjährigen 130. Geburtstag eine Grußkarte geschickt hätte, könnte man darauf höchstwahrscheinlich nur den ersten Teil dieser beliebten Redewendung lesen. Das jetzige System ist doch arg in die Jahre gekommen, wirkt schwerfällig und veraltet. Und auch, wenn erstmals schon 1891 die gesetzliche Rente an Menschen in Deutschland ausbezahlt wurde: Damit das System für die heutigen und künftigen Herausforderungen gerüstet ist, muss es deutlich überholt werden.

Denjenigen von Ihnen, die regelmäßig meine Editorials lesen, wird es nicht entgangen sein: Ich halte eine Reform der gesetzlichen Rente für zwingend notwendig. Und damit meine ich eine Reform, die diesen Namen auch wirklich verdient. Nicht zuletzt, da wir alle glücklicherweise immer älter werden und ein verlässliches lebenslanges Einkommen damit umso wichtiger ist.

Vor einiger Zeit habe ich einen Beitrag in einer kanadischen Facebook-Gruppe gelesen, an den ich gerne zurückdenke. Dieser handelte von dem ältesten lebenden Weltkriegs-Veteranen Kanadas, Reuben Sinclair. Ein Mann, der sich von seinem Alter nie hat einschränken lassen. Mit 30 Jahren trat er in die Royal Canadian Air Force ein – da war er eigentlich schon zu alt für den Dienst. Doch als Teil der jüdischen Gemeinschaft fühlte er sich dazu verpflichtet, im Zweiten Weltkrieg zu dienen. Heute ist Reuben Sinclair stolze 109 Jahre alt. Wahrscheinlich hat auch er nicht erwartet, dass er so alt wird. Sein Tipp für ein langes Leben: “Don’t worry. And if you’ve got a problem, fix it.“

Eine – wie ich finde – bemerkenswerte Lebenseinstellung, die sicher beim glücklichen Älterwerden hilft. Sie lässt sich allerdings umso besser befolgen, wenn man auch selbst finanziell gut vorgesorgt hat. Reuben Sinclair tat dies. Er hat regelmäßig und konsequent einen Teil seines Einkommens gespart. In seinem hohen Alter kann er entschlossen sagen, dass die Zeit beim Sparen in die Karten spielt: „Wenn man ein wenig zur Seite legt, wird man überrascht sein, wie schnell es sich summiert.“ Wie Sie sehen, ein klassischer Fall des Wiederanlage-Effekts. (Den Älteren unter uns, die noch positive Zinsen kannten, auch als Zinseszins-Effekt bekannt.)

Gerade junge Menschen sollten sich also den Wiederanlage-Effekt zum Vorteil machen. Sie haben in der Regel zwar weniger Geld zur Verfügung, dafür aber umso mehr Zeit. Deshalb sollten sie schon früh den Grundstock für ein lebenslanges Einkommen legen. Ich selbst fing mit 100 DM monatlichem Sparbetrag schon zu Beginn meiner Berufsausbildung damit an.

Bei der weiter steigenden Lebenserwartung und gleichzeitig schrumpfenden staatlichen Rente führt an einer privaten Vorsorge für das Alter einfach kein Weg vorbei.

Und dennoch verlassen sich immer noch so viele Menschen auf den Staat. Sie sehen ihn in der Pflicht – gestern wie heute –, für eine vernünftige Rente zu sorgen. Eine Umfrage, die wir zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Civey durchgeführt haben, bestätigt dies: 45 Prozent der Befragten glaubten, dass der Staat für ein zusätzliches Finanzpolster neben der gesetzlichen Rente verantwortlich sei. Interessant dabei: Die Altersgruppe der 18–29-Jährigen hebt sich klar vom bundesweiten Durchschnitt ab. Knapp über die Hälfte von ihnen findet, dass jeder selbst für ein zusätzliches Finanzpolster im Alter sorgen müsse. Damit zeigen junge Menschen hohen Realitätssinn, genau wie Reuben Sinclair.

Auch wenn ich nicht der größte Fan unseres Rentensystems bin: Für unsere Gesellschaft ist es unglaublich wichtig, dass es erhalten und weiterentwickelt wird – trotz seiner 130 Jahre auf dem Buckel. Als Basisabsicherung für das Alter muss es den Menschen auch in der Zukunft eine gute Grundlage für das Alter bieten können. Ob und wie die neue Bundesregierung eine Weiterentwicklung des Rentensystems vorantreiben wird, ist weitgehend unklar. Allein das zeigt, dass die private Vorsorge der entscheidende Baustein für das lebenslange Einkommen ist. Sie bietet den Menschen Sicherheit im Alter – unabhängig von möglichen Reformen.

Ich bin überzeugt, dass eine private oder betriebliche Rente die passende Anlageform ist: Nur sie leisten garantiert ein Leben lang – egal wie alt ich werde.

Machen Sie es für Ihre Kunden wie Reuben: „Wenn Du ein (Renten-)Problem hast, geh und reparier es!“ 😉

Take care!

Ihr

 

 

 


Markus Drews

Managing Director
der Canada Life Assurance Europe plc